Notizie in tedesco sul mio “diario di bordo” con Norbert e Erhard

pubblicato in: Diario di Bordo 2020 | 0

Norbert :

Nach knapp drei Wochen in Südamerika geht der Aufenthalt an der südlichsten Etappe unserer Tour, Ushuaia, zu Ende. Wir haben bisher die unterschiedlichsten Witterungsverhältnisse erlebt, von hochsommerlichen Temperaturen in Valparaiso bis hin zu den wechselhaften Wetterlagen auf Feuerland, wo zum Teil heftige Winde toben, unvermittelt Regenschauer einsetzen und einstellige Temperaturen dazu zwingen, mehrere Schichten Kleidung anzulegen, die dann bei plötzlichen Temperaturanstiegen wieder abgelegt und verstaut werden müssen. An allen unseren bisherigen Aufenthaltsorten wurden wir von den jeweils örtlich zuständigen Polizeikollegen/-innen herzlich empfangen und engagiert unterstützt:

Die Carabineros von Chile lotsten uns durch die Landeshauptstadt Santiago und ermöglichten uns einen Besuch bei der Leitung der Verkehrspräfektur sowie auf dem Cerro San Cristobal, dem Hausberg Santiagos, der einen herrlichen Ausblick über die 8-Millionenstadt bietet. Sehr gut betreut fühlten wir uns auch von den argentinischen Kollegen in Rio Gallegos, in Rio Grande, wo wir in der Polizeischule der Provinz untergebracht waren, und aktuell in Ushuaia. Rund um die Uhr befand sich ein Kollege in unserer Unterkunft, der örtliche Kommissariatsleiter Diego Chamarro unternahm mit uns eine Wanderung zu der malerischen Gletscherlagune Laguna Esmeralda, führte uns durch das  örtliche Gefängnis- und Schiffahrtsmuseum, sorgte auf einer Bootsfahrt durch den Beagelkanal für unsere Betreuung und ermöglichte uns das Gespräch mit der Leitung der Provinzpolizei und einem Veteranen des Falklandkriegs.

Auch die ersten Termine mit Vertretern der katholischen Kirche liegen hinter uns. Besonders bewegend war der Besuch in der Stiftung “Las Rosas”, wo alte Menschen liebevoll betreut werden, die wir persönlich begrüssen konnten. In Erinnerung wird uns auch der Besuch in einer Kinderstation in Puerto Varas bleiben ; dort sind Kinder verschiedener Altersgruppen untergebracht, die von ihren Familien – zum Teil auf behördliche Anordnung – getrennt und zur Adoption freigegeben wurden.

Fahrerisch wurden unserem Team auch mehrere Herausforderungen abverlangt, etwa auf einer Bergroute auf der chilenischen Carretera Austral, auf Geröllpisten der Ruta 40 in Argentinien oder zuletzt bei Regen und winterlichen Temperaturen auf Feuerland. Technische Probleme, wie der Riss eines Vorderrades oder ein abgerissener Blinker sowie eine gebrochene Frontscheibe werden gemeinsam angegangen und schweissen das Team letztlich weiter zusammen. Inzwischen hat jeder seine Rolle in der Gruppe gefunden und ist bemüht, mit den eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten zum Erfolg der Mission beizutragen.

Ermutigend ist für alle, dass der Missionsverlauf im Zeitplan ist und die bisherige Unterstützung durch örtliche Polizeikollegen absolut beispielgebend und zuverlässig gewesen ist. Wenn sich dies so fortsetzt, wird die Mission 2020 mit Sicherheit auch insgesamt ein Erfolg werden.

Persönlich hoffe ich, dass das Motorrad, das ich mir mit Erhard teile, bald wieder fahrtüchtig ist und wir von – weiteren – Unfällen oder Erkrankungen verschont bleiben.

Erhard:

Dies ist meine erste Reise mit MotoForPeace. Bis jetzt sind sehr viele Eindruecke auf mich eingestuermt. Landschaftlich, wie auch mental durch die Kontakte mit einheimischen Kollegen und deren intensiver Betreuung. Diese Unterstuetzung ist besonders hervorzuheben, ich glaube nicht, dass man eine solche intensive Unterstuetzung in Europa erfahren wuerde. Leider habe ich das Pech gehabt meine Vorderradfelge kaputt zu fahren, sodass ich seitdem im Van mitfahren muss. Mein Motorradherz schlaegt zur Zeit nur halb und es juckt mich in den Fingern endlich wieder selber fahren zu koennen. Auch die bisherigen humanitaeren “Einsaetze”, wie die Uebergabe von mitgebrachten medizinischen Hilfsgeraeten, Uebergabe von Kinderkleidung an ein Kinderheim und die Uebernahme einer Monatsrate fuer ein Roentgengeraet, haben mich sehr beeindruckt.

Wir haben mittlerweile Feuerland erreicht und damit klimabedingt eine doch sehr ungewoehnliche Region. Das Wetter kann hier in kurzen Zeitabstaenden umschlagen und man muss sich auch bei halbwegs vernuenftigen Temperaturen, aufgrund des sehr kalten Windes, sehr dick anziehen. Das Miteinander im Team ist sehr kameradschaftlich und herzlich. Mein Problem, kein italienisch oder spanisch zu koennen, kann ich niemanden anlasten. Hierdurch bin ich informationstechnisch immer etwas hinten dran. Dies muss ich durch Nachfragen verbessern.

Die landschaftlichen Eindruecke und touristischen Sehenswuerdigkeiten sind ueberragend. Speziell der Gletscher Perito Moreno war ein Highlight. Aber auch Ushuaia, quasi das Ende der Welt, erleben zu duerfen, war grandios. Mein groesstes Problem ist die spartanische Unterbringung. Die doch, teilweise, sehr schlechten sanitaeren Zustaende bereiten mir doch grosse Ueberwindung. Mir ist jedoch voellig klar, dass das, aus den verschiedensten Gruenden nicht anders moeglich ist.

Meine groesste Hoffnung ist, endlich wieder auf meinem Motorrad sitzen zu koennen und wieder an der Tour auf zwei Raedern teilnehmen zu koennen. Ich bin natuerlich auf die weiteren Eindruecke gespannt, die in den naechsten Wochen auf mich zu kommen werden.